Beispielrechnung

Wie viel Strom erzeugt eine PV-Anlage auf einem Einfamilienhaus?

Ein konkretes Beispiel zeigt die Größenordnung. Der tatsächliche Ertrag hängt vom exakten Standort, Dach, Wetter und der technischen Ausführung ab.

Die Beispielanlage

  • Standort: Süddeutschland, unverschattete Wohnlage
  • Installierte Leistung: 10 kWp
  • Satteldach: 35° Neigung, Hauptfläche nach Süden
  • Systemverluste: 14 %
  • Keine pauschale zusätzliche Verschattung

Für eine solche Konfiguration ist ein spezifischer Ertrag in der Größenordnung von etwa 1.000 bis 1.150 kWh je kWp und Jahr plausibel. Damit läge der jährliche AC-Ertrag grob bei 10.000 bis 11.500 kWh. Das ist eine Bandbreite, keine Garantie.

Faustformel: Jahresertrag ≈ Anlagenleistung in kWp × spezifischer Ertrag in kWh/kWp. Beispiel: 10 kWp × 1.050 kWh/kWp = 10.500 kWh pro Jahr.

Warum der Ertrag nicht gleichmäßig anfällt

Der größte Anteil entsteht im Frühjahr und Sommer. Im Winter sind die Tage kürzer, der Sonnenstand niedriger und Bewölkung häufiger. Eine Anlage, die über das ganze Jahr bilanziell mehr Strom erzeugt als der Haushalt verbraucht, deckt deshalb nicht automatisch jeden Wintertag oder jede Nacht.

Ost-West-Dächer liefern oft etwas weniger Jahresertrag als eine ideal südliche Fläche, verteilen die Produktion dafür breiter auf Morgen und Nachmittag. Das kann besser zum Verbrauch eines Haushalts passen.

Erzeugung ist nicht Eigenverbrauch

Der Solar Simulator berechnet erzeugte Energie, nicht den wirtschaftlichen Eigenverbrauch. Eigenverbrauch ist der Teil des Solarstroms, der zeitgleich im Haus genutzt oder in einen Speicher geladen wird. Ohne Verbrauchsprofil kann er nicht belastbar bestimmt werden.

Ein Haushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch verbraucht bei 10.500 kWh Solarertrag nicht automatisch 100 % Solarstrom. Viele kWh fallen mittags im Sommer an und werden eingespeist; nachts und im Winter wird weiterhin Netzstrom benötigt. Lastverschiebung und Speicher können die Eigenverbrauchsquote erhöhen.

So erstellen Sie Ihr eigenes Szenario

  1. Adresse oder Ort im Solar Simulator wählen.
  2. Dachneigung und Ausrichtung einstellen.
  3. Die tatsächlich belegbare Modulfläche als kWp eintragen.
  4. Bekannte Verschattung und Systemverluste realistisch ansetzen.
  5. Neben dem Jahreswert auch Monats- und Tageskurven prüfen.

Vergleichen Sie mehrere Varianten, statt einen Einzelwert als Prognose zu lesen. Für Investitionsentscheidungen sollte ein Fachbetrieb Dachbelegung, Statik, Verschattung, elektrische Auslegung und lokale Vorgaben prüfen.