Transparenz
Was der Solar Simulator nicht wissen kann
Der Rechner macht Szenarien vergleichbar. Er kennt jedoch weder Ihr Gebäude im Detail noch das Wetter der kommenden Jahre. Lesen Sie das Ergebnis als Orientierung, nicht als zugesicherten Ertrag.
Verschattung ist nur eine Pauschale
Bäume, Gauben, Schornsteine, Antennen und Nachbargebäude werfen Schatten, der sich mit Tages- und Jahreszeit verändert. Der Regler im Simulator reduziert den Ertrag pauschal. Er berechnet keine dreidimensionalen Schattenverläufe und keine elektrischen Auswirkungen auf einzelne Modulstrings.
Ein typisches Jahr ist keine Wetterprognose
PVGIS-TMY-Daten beschreiben typische stündliche Bedingungen aus einer mehrjährigen historischen Datenbasis. Reale Jahre können sonniger oder wolkiger sein. Auch langfristige Klimaänderungen und außergewöhnliche Ereignisse lassen sich daraus nicht als exakte Jahresprognose ableiten.
Lokale Anlagentechnik bleibt vereinfacht
Das Modell berücksichtigt unter anderem Modultemperatur, allgemeine Systemverluste und optionales Wechselrichter-Clipping. Es kennt aber nicht automatisch:
- konkrete Modul- und Wechselrichterkennlinien, Stringplanung oder Mismatch,
- Kabelwege, Verschmutzung, Schnee, Alterung und Wartungszustand,
- Belüftung und Montageart der Module,
- Netzbegrenzungen, Abregelung oder lokale Anschlussbedingungen,
- Statik, Brandschutz, Denkmalschutz und baurechtliche Anforderungen.
Keine Wirtschaftlichkeits- oder Verbrauchsberatung
Der berechnete AC-Ertrag sagt nicht, wie viel Strom selbst verbraucht wird. Dafür braucht es mindestens ein zeitaufgelöstes Lastprofil. Speicher, Stromtarife, Einspeisevergütung, Finanzierung, Steuern, Wartung und Preisentwicklung sind nicht Teil der Ertragssimulation.
Der Rechner gibt daher keine Aussage zu Amortisation, Rendite oder optimaler Speichergröße ab und ist keine Anlage-, Energie- oder Steuerberatung.
Für eine Investitionsentscheidung: Lassen Sie Dach, Verschattung, Belegung, Statik, elektrische Auslegung und Netzanschluss von qualifizierten Fachleuten prüfen und vergleichen Sie belastbare Angebote.
So nutzen Sie die Schätzung sinnvoll
- Mehrere plausible Varianten statt eines Einzelwerts rechnen.
- Neigung, Azimut und belegbare kWp so genau wie möglich erfassen.
- Konservative und optimistische Verlustannahmen vergleichen.
- Jahresertrag, Monatsverteilung und Tageskurve gemeinsam betrachten.
- Das Ergebnis mit einem Vor-Ort-Angebot und dessen Ertragsprognose abgleichen.
Mehr zum Rechenweg steht in der PVGIS-Methodik. Ein Gefühl für Größenordnungen vermittelt die Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus.